27.05.2024

Internationaler Aktionstag für Frauengesundheit

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Noch immer ist der männliche Körper Maßstab der Krankheitsforschung. Es wird weiterhin hauptsächlich an Männern geforscht und Medikamente ausgetestet. Frauenkörper sind für Forschende und Pharmaunternehmen aufgrund des unterschiedlichen und schwankenden Hormonhaushaltes schwierig zu erforschen.

Aber genau deswegen ist es wichtig, mehr als nur einen Blick auf die Gesundheit von Frauen zu werfen. Die Wirkungsweisen von Medikamenten und die Symptome von Frauen bei bekannten Erkrankungen können sich maßgeblich unterscheiden, so dass die Gabe und Dosierung eines bestimmten Medikaments bei Männer medizinisch sinnvoll und erfolgreich ist, bei Frauen sich diese Medikamentengabe aber aufgrund ihres Hormonhaushalts und in der Regel kleineren Statur komplett anders und unter Umständen auch negativ auswirken kann. Auch Symptome von Erkrankungen sind in der Regel andere als bei Männern: Frauen weisen zum Beispiel bei einem akuten Herzinfarkt oft ein Engegefühl in der Brust, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit mit Erbrechen, Kiefer-, Nacken- oder Halsschmerzen, Rückenschmerzen, Atemnot und/oder Benommenheit auf. Die klassischen Anzeichen für einen Herzinfarkt bei Männern sind plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, die in die Arme ausstrahlen können, Angst, Bewusstlosigkeit, Schwindelgefühl und /oder kalter Schweiß. Die letzteren Symptome sind bekannt und deren breite Kenntnis in der Gesellschaft haben bereits zu schnellen Reaktionen im Notfall geführt und vielen Männern das Leben gerettet.

Im Umkehrschluss wurden viele Herzinfarkte bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt, mit schwerwiegenden Folgen für das Leben oder die Gesundheit der Betroffenen.

Ebenso sind Krankheiten, die ausschließlich Frauen betreffen, nicht oder nur sehr wenig erforscht.

Die Kommission für Chancengleichheit der komba gewerkschaft nrw hat sich daher anlässlich des diesjährigen Weltfrauentags mit dem Thema Endometriose beschäftigt. Bei Endometriose siedelt sich Schleimhaut der Gebärmutter im gesamten Bauchraum an, die ebenfalls bei der Monatsblutung blutet. Dies verursacht starke Schmerzen, nicht nur während der Monatsblutung. Es sind ca. 8 bis 15 Prozent der Frauen in Deutschland betroffen. Die Diagnose ist oft langwierig, viele Frauenärzt*innen verweisen immer noch darauf, dass man eben mit den Schmerzen der Monatsblutung leben müsse. Hilfe findest du im Verdachtsfall und auch bei erfolgter Diagnose bei der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

Die gute Nachricht ist, dass die Forschung im Bereich Gendermedizin langsam Fahrt aufnimmt. Traurig ist jedoch, dass es so lange gedauert hat und die Gesundheit von 50 Prozent der Weltbevölkerung so lange ignoriert wurde!

Die Kommission für Chancengleichheit hat zur geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung ein Positionspapier erstellt.

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